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Jul 24 / Guido Fiolka

New Leadership – Bewusste Führung

Führen ist eine sehr komplexe Aufgabe.
Sich der Realität ganz bewusst-zu-sein und zu führen, d.h. mit anderen Menschen so zu kommunizieren, dass sie sich aus freier Entscheidung auf ein gemeinsames Ziel hinbewegen, sollte daher untrennbar miteinander verbunden sein.

Bewusste Führung, bewusste Kommunikation erfordert, dass alle Qualitäten, alle Potenziale, die menschliches Bewusstsein ausmachen, entwickelt und präsent sind.
Im New Leadership Ansatz unterscheiden wir 10 Qualitäten des Bewusstseins.

Die erste Qualität ist FREUDE: mit bedingungslosem Interesse, ganz bei meiner Vision, meinen Aufgaben, den Menschen die mit mir gehen zu sein. Verbunden damit sind Leichtigkeit, Lebendigkeit, Enthusiasmus, Flow und Begeisterung.

Geht es uns so in unserer Führungsposition? Wenn nicht, was ist die Ursache?

Jul 7 / Guido Fiolka

Leadership Insights: Sieben Ebenen der Bedürfnisse, sieben Ebenen der Führung

“Vertrau dich nur Menschen an, die wissen, wer sie sind und wohin sie gehen.”
- Weisheit der Inuit-Elders


Heute ein Aspekt von Führung, der nur wenigen dafür aber damit sehr erfolgreichen Führungskräften bekannt und präsent ist: Es gibt verschiedene Ebenen von Bedürfnissen, die Menschen haben und die sie veranlassen, sich in Teams und Organisationen zu engagieren. Diese Bedürfnisse sind sehr archaisch, d.h. tief im Denken und Fühlen verwurzelt und gelten in allen Businesskulturen – vom Startup bis zum Konzern. Nur die Ausprägungen sind etwas unterschiedlich.

Die einzelnen Bedürfnisebenen bauen aufeinander auf, wie Fundament, Stockwerke und Dach eines Gebäudes.

  • Auf der fundamentalen, ersten Ebene richten sich die Bedürfnisse auf die Sicherung der Existenz. Die Position der Führung ist hier die des Arbeitgebers und umfasst die Bereitstellung von Arbeitsmitteln, Lohn und Gehalt.
  • Ist das erfüllt, geht es Menschen auf Ebene Zwei um Zugehörigkeit - Teil einer Gemeinschaft sein, sich damit identifizieren. Die Führungsrolle ist hier die des Ältesten, des Häuptlings, der Stammesmutter (wie gesagt, alles sehr archaisch..), die über die Zugehörigkeit und den Platz in der Gemeinschaft entscheiden.
  • Auf der nächsten, dritten Bedürfnisebene finden wir die Erfüllung der Interessen und das Verlangen mit Menschen zu kooperieren, die diese teilen. Menschen auf dieser Ebene möchten, nicht nur Arbeit, Gehalt und Zugehörigkeit, sondern eine Tätigkeit die Freude macht. Die Führungsrolle ist hier Teamleader, Kapitän der anderen ihre Rolle zuweist und für Kooperation der Teammitglieder sorgt.
  • Die Erkenntnis, dass niemand auf Dauer in einer Mannschaft spielen will, die nicht erfolgreich ist, führt uns zur nächsten, der vierten Ebene, auf der es um Erfolg und Fortschritt geht. Für diesen hat der Manager zu sorgen, der für Prozesse und Abläufe verantwortlich ist.
  • Menschen, die diese Ebene ihrer Bedürfnisse erfüllt haben, streben jetzt nach mehr. Das Thema der Ebene Fünf heißt Selbstentwicklung. Führung muss jetzt Erfahrungszuwachs und Lernfelder zur Verfügung stellen, damit der Einzelne wachsen kann. Die Führungsrolle ist auf dieser Ebene keine geringere als die des Coaches, der Trainerin.

Nicht wenig, was bis hierher von mir als Führungskraft verlangt wird, denn es gilt: Auf jeder höheren Ebene muss ich die anderen „mit dabei haben“ und alle Rollen wahrnehmen. Und: Je nach Entwicklungsstand und Situation eines Mitarbeiters liegt sein/ihr Bedürfnis-Schwerpunkt auf einer unterschiedlichen Ebene. Von hier aus geht es noch zwei Ebenen weiter mit den Führungsrollen des Mentors und des sinnstiftenden Visionärs.

  • Der Mentor führt auf Ebene Sechs mit Positivität, Glaube an die Sache und Ethik und erfüllt das Bedürfnis von Menschen nach Sinn, Werten und Gesundheit. Letzteres gilt sowohl für den Einzelnen, die Organisation und das Umfeld der Organisation.
  • Der Visionär und Sinnstifter auf Ebene Sieben vereint alle sechs darunterliegenden Ebenen und erfüllt sehr weitreichende Bedürfnisse von Menschen: Schöpfung von Einzigartigem, Erfüllung und Fortbestand über die eigene Lebensspanne hinaus. Ich hoffe, wir können auch hier erkennen, was gemeint ist.

Wenn Sie möchten, und in einer Führungsposition sind, lohnen sich die folgenden Fragen eventuell sehr: In welchen Rollen bin ich unterwegs und welche sind mir bewusst? Wie sind die Bedürfnisse meiner einzelnen Mitarbeiter und wie sind diese aktuell erfüllt? Wer bin ich heute als Führungskraft und wohin möchte ich gehen?

Die auftauchenden Antworten können Ihnen wichtige Impulse und Orientierung für die eigene Führungstätigkeit geben. Ich bin gespannt davon zu hören und freue mich über Kommentare und Feedback.

Sommerliche Grüße,

Guido Fiolka

Jul 5 / Fabian

Stipendium für Führungskräfte in Startups

Sie sind Gründer oder “C-Level” Mitarbeiter eines Internet-StartUps (CEO, CTO, CMO)  und interessieren sich für das Thema Führung? Bewerben Sie sich für eines von zwei Stipendien für jeweils eine Programmeinheit unseres Führungskräfte-Jahresprogramms NLDP – Beginn: 15. September 2011.

Die Teilnehmer und Dozenten der im September beginnenden Programmeinheit “Ich” beschäftigen sich unter anderem mit diesen Fragen:

  • Wer bin ich als Mensch und in meiner Führungsrolle?
  • Wie ist meine authentische Art zu führen?
  • Wo stehe ich mit meinen Führungsfähigkeiten?
  • Wohin soll ich gehen in meiner Führungskarriere und wie komme ich dahin?

Wir vermitteln:

  • Wie Sie Ihre geistige und körperliche Effizienz um ein Vielfaches erhöhen – und dabei entspannt und ausgeglichen bleiben.
  • Wie Sie ihren persönlichen, individuellen Führungsstil gezielt entwickeln und ausbauen.
  • Wie Sie auch in schwierigen und risikoreichen Situationen sicher und richtig entscheiden.
  • Wie Sie Meditation, Yoga und Entspannungstechniken gezielt im beruflichen Alltag nutzen können.
  • Wie Sie mit unserem “Fit for Leadership”- Gesundheitsprogramm besser im Einklang mit ihrem Körper leben.
  • Wie Sie positiv und wirksam mit ihren Emotionen arbeiten und so zur “Emotionalen Meisterschaft” gelangen.

Das Stipendium ist eine Kooperation mit der Internet-Personalagentur iPotentials (www.i-potentials.de) und gründerszene.de (www.gründerszene.de) Bewerbungen bitte per Email an:

startup-leadership@i-potentials.de

Bewerbungsschluss ist der 31.8. 2011. Nach einer Vorauswahl laden wir zum persönlichen Gespräch am 25.08.2011 in Berlin ein. Als Bewerbungsunterlagen reichen ein aktueller CV sowie ein Motivationsschreiben, das sich auf die folgenden Fragen bezieht:

  • Was bedeutet Führungsverantwortung für mich?
  • Was sind die wichtigsten Ziele, die mein Team/mein Unternehmen derzeit verfolgt?
  • Welches sind meine drei wichtigsten Führungsgrundsätze?
  • Was ist meine Strategie, mein Unternehmen/mein Team dauerhaft erfolgreich zu machen?

Wir wünschen viel Erfolg bei der Bewerbung!

Mrz 31 / Guido Fiolka

Leadership Insights 04/11: “Leadershift”

We need to be the change we want to see in the world - Mahatma Gandhi

21. März 2011 – Die European Leadership Academy trifft den Club of Budapest:
Ich halte den Einführungsvortrag. Jetzt bin ich gespannt, wie das Folgende bei den gut 150 Unternehmern, Führungskräften und Politikern aus Ungarn und anderen europäischen Ländern, ankommen wird. Oft gibt es an dieser Stelle nicht nur offene Gesichter.

“Everything is One – nothing is really disconnected from the other. We are one humanity, living on one planet. The planet and humanity are one – not two divided and different systems. We live together as humans in one ecosphere. All that we do to ourselves we do to others and the environment also. All that we do or not do in the now will affect the tomorrow”

Ich schaue ins Publikum und sehe: offene Augen, zustimmendes Nicken, betroffene Blicke. Was ist passiert? Wir haben vorher über Japan gesprochen und über Nordafrika. Die Geschehnisse in der Welt sind uns sehr nah, wir erleben sie fast zeitsynchron mit, im Fernsehen und im Internet. Was die wirklich Weisen dieser Welt immer schon gesagt haben, wird jetzt auf andere Art erfahrbar.

Was, wenn wir Führungskräfte für den Verlauf dieser Ereignisse und das Leiden vieler Menschen persönlich mitverantwortlich sind? Was ist, wenn unsere konventionelle Sicht auf die Welt und damit unsere konventionelle Führung in dieser Welt das alles mit verursacht hat?

Ervin Laszlo gibt in seinem Vortrag einige Minuten später Antworten auf diese Fragen:

“Leadershift – it doesn’t just mean having another leader. It means changing the philosophy, the style, the content of leadership. There is a very big problem with leadership today. This world is on the brink of a transformation. The status quo is practically untennable, it cannot keep going like it is. (…) How can we get to a leadership that is beyond that we have today? To change it into something that is fundamentally new and hopefully fundamentally good?

The current leadership is still in various dilemmas: left or right, populistic or autocratic, conservative or progressive. These are philosophies, developed in the 19th century! We need leaders, who can go beyond this.(…) In democracies, it’s the people, the “demos” who lead. If you think that the people are not capable to wise leadership, the solution is not to take the power from their hands, but to inform them, to educate them, to make them wise in some way. This is a different function of leading: It’s educating the people. (…) A New Leader will have to provide people (with insight)”

Hören Sie den kompletten Vortrag von Ervin Laszlo hier:

Ervin Laszlo speaking on “Leadershift” by EuropeanLeadershipAcademy

Inzwischen hatten wir die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz. Die Menschen und ihre Politiker: Wer folgt jetzt wem, wer unterstützt wen und woher kommen die Lösungen? Anscheinend nicht von der bisherigen, konventionellen, Art zu führen. Und was hat das mit mir als Führungskraft zu tun?

Frühling ver-heißt Veränderung. Vielleicht wird ja der Frühling 2011 der des neuen Bewusstseins in der Führung.

Herzliche Grüße,

Guido Fiolka

Mrz 23 / Fabian

First Impressions – ELA meets Club Of Budapest

Here are some first impressions of our visit to Budapest, audio and video material will be available within the next few weeks. Thanks again to Professor Ervin Laszlo and the Club Of Budapest for hosting the “Leadershift” Event on Monday, March 21st, 2011.

Feb 24 / Guido Fiolka

Ich führe andere – aber wie?

“Und wenn du der einzige bist, der für eine Wahrheit eintritt und alle anderen sie nicht sehen – eine Wahrheit bleibt eine Wahrheit.” - Mahatma Gandhi

Ich zitiere aus dem Zeugnis einer Führungskraft der ersten Führungsebene eines Unternehmens:

“Frau F. erfüllt ihre Aufgaben als Leiterin eines Teams von Führungskräften vorbildlich. Sie vermittelt den Teammitgliedern ein klares Verständnis ihrer Aufgaben und Ziele als Beitrag zur Erfüllung der Unternehmensvision. Sie ist geleitet davon, einer Sache zu dienen, die den Teammitgliedern, dem Unternehmen und der Erhaltung des Lebensraums aller Menschen nutzt. Frau F. findet darin Sinn und Erfüllung für das eigene Dasein. Ihr Team zeichnet sich durch die Wahrnehmung einer globalen Perspektive aus, die eine nachhaltige Entwicklung der Lebensverhältnisse für die Menschen heute und für kommende Generationen einschließt. Werte und Tugenden spielen im Führungsbereich von Frau F. eine herausragende Rolle. Frau F. hat es vermocht, eine Grundorientierung der Einzelnen vom ICH zum WIR zu bewirken.Sie selbst gilt als eine gereifte Persönlichkeit, die sie durch ständiges Lernen und aktive Selbstentwicklung ausgeprägt hat. Frau F.’ s Auftreten ist souverän und sicher – gleichzeitig aber bescheiden, demütig und weniger charismatisch zu nennen. Sie besitzt einen hohen Grad an emotionalen und sozialen Kompetenzen, einen dialogischen Kommunikationsstil, beobachtet, versteht und steuert die sozialen Dynamiken der Gruppe bewusst.  Macht, Geld, Status, materieller Erfolg, Anerkennung in der Öffentlichkeit – bedeuten ihr nicht viel. Sie zeichnet sich weiterhin aus durch systemisch-intelligentes Denken und Handeln und schafft nachhaltige, brillante Lösungen im Austausch mit den Teammitgliedern. In Entscheidungsprozessen involviert und aktiviert sie die kollektive Intelligenz der Gruppe und erschafft damit eine Lernkultur auf hohem Niveau. Alle Mitglieder des Teams schätzen die Vielfalt und sind nicht ethnisch, kulturell oder ideologisch identifiziert. Frau F. dient ihrem Team mit Verstand, Gefühl, Herz und Seele und ist integriert in die verschiedenen Gruppierungen der sozialen Gemeinschaft. Frau F. versteht es, eine ausgeglichene Balance in ihren Rollen als Führungskraft und Mutter aufrechtzuerhalten und ist den Teammitgliedern auch durch ihre gesunde Lebensweise ein Vorbild.”

Wie geht es Ihnen, wenn sie das lesen?

Ich verwende diesen Text zuweilen auf Vorträgen und bei Gesprächsrunden (das letzte Mal auf unserer Panel-Diskussion in Davos)  und ernte eigentlich nur zwei Arten von Reaktionen. Erstens Ablehnung, Unverständnis und Entrüstung (“Ich kenne niemanden der so führt“ ), oder aber Zustimmung, Begeisterung, Sehnsucht ( “Ja, so möchte ich führen und geführt werden”, “Wie kann man das erreichen.. ?“).

Beide Reaktionen sind gerechtfertigt. Es ist nicht leicht, eine derartige Führung zu realisieren und allein bekommt man das als Führungskraft schon gar nicht hin. Aber es ist möglich. Es braucht eine gemeinsame Anstrengung der Führungskräfte eines Unternehmens und den Aufbau einer neuen Führungskultur im gesamten Unternehmen, mittelfristig in weiten Teilen unserer Gesellschaft. Wir nennen das bewusste Führung (Conscious Leadership), postkonventionelle Führung oder New Leadership. Es ist Führung, die Sinn macht, und gleichzeitig wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Erfolg ermöglicht. Erfolg im systemisch-ganzheitlichen Sinne und für alle Beteiligten. Die Zukunft der Führung liegt eindeutig hier. Und wir in der ELA arbeiten daran – mit den Führungskräften in unseren New Leadership Development Programmen, die eine Werkstatt sind für die Realisierung einer bewussten Führung.  Wenn Sie die Beschreibung oben nicht entrüstet oder unter Druck setzt, sondern eher interessiert und anzieht – seien Sie dabei und beteiligen Sie sich, an der Entwicklung einer neuen Kultur der Führung.

Ich freue mich auf Austausch und Feedback zu diesem Thema – auch über Protest und Widerspruch.

Guido Fiolka

Feb 24 / Fabian

Davos 2011: Professor Ervin Laszlo & Guido Fiolka (Video)

Davos 2011: Professor Ervin Laszlo from ELA European Leadership Academy on Vimeo.

Davos 2011: Guido Fiolka from ELA European Leadership Academy on Vimeo.

Feb 15 / Fabian

WDR Funkhaus Europa – Interview mit Guido Fiolka

Radiointerview mit ELA-Geschäftsführer Guido Fiolka zum Engagement der European Leadership Academy beim Weltwirschaftsgipfel in Davos 2011, den Umgang mit globalen Risiken und über mögliche postkonventionelle Perspektiven um mit diesen Risiken umzugehen.

Feb 3 / Fabian

Führung 2011 – die ELA in Davos am 28.1.2011

Herzlichen Dank an alle Teilnehmer unserer Veranstaltung in Davos, insbesondere an: Prof. Dr.  Ervin Lazlo, Dr. Aurelia Frick, Dr. Guido Junge, Sonja Förste und Tobias Clemens.

Jan 20 / Guido Fiolka

Wie entsteht eine Vision?

Von Parteispitzen, Klausurtagungen und Lösungen erster Ordnung, die keine Lösungen sind.

„Man kann Probleme nicht mit demselben Denken lösen, welches die Probleme erschaffen hat.“
- Albert Einstein

Führung beginnt mit einer Vision, oder anders gesagt mit einer Antwort auf eine brennende Fragestellung, die ein existenzielles Problem, ein tiefgehendes Bedürfnis einer Gruppe von Menschen anspricht.

Wenn Menschen einer Vision folgen sollen, muss diese nicht nur ihren Werten entsprechen, sondern auch eine kreative, intelligente, nachhaltige Lösung sein, die die Wurzel des jeweiligen Problems umfasst. Wir nennen das eine Lösung höherer Ordnung. Das Gegenteil ist eine Lösung erster Ordnung, die an der Oberfläche bleibt, nur die Symptome des Problems umfasst und keine nachhaltige Veränderung bewirkt. Oft sind Lösungen erster Ordnung bei komplexen, existenziellen Themen gar keine Lösungen, sondern nur die Verlagerung eines Problems an eine andere Stelle des jeweiligen Systems. Ein Beispiel dafür sind Steuererhöhungen und Einsparmaßnahmen aufgrund einer veränderten Kosten- oder Einnahmesituation, z.B. im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen.

Ich frage mich, mit welcher Art Lösungen für die gesellschaftlich relevanten Fragestellungen die Parteispitzen demnächst aus ihren Klausurtagungen zurückkehren werden. Kann es sein, dass wir derzeit eine politische Führung haben, die keine wirkliche Vision hat und stattdessen nur Lösungen erster Ordnung? Nehmen wir an, dass Angela Merkel, Guido Westerwelle, Horst Seehofer, Sigmar Gabriel und Frau Roth den Anspruch haben, mit Visionen zu führen – was behindert hier den Prozess der Visionsfindung? Vielleicht ist es das Design und der Verlauf des Prozesses selbst.

Visionen, die letztlich Lösungen höherer Ordnung sind, brauchen neben Raum, Zeit und Energie (die nicht zu vernachlässigen sind!) mehrere Prozessqualitäten: Kreativität, Verbundenheit und Optimismus, systemische Intelligenz, Offenheit für Neues und Sehen-was-sich-entfalten-will in der Zukunft. Es gibt noch weitere Qualitäten, aber diese sind am wichtigsten. Ohne sie gibt es nur das Verschieben von Problemen.

Ich stelle mir die Diskussions- und Debattierrunden bei den Klausurtagen vor (wie ich sie aufgrund der Schilderung von Teilnehmern kenne). Man sitzt an rechteckigen Tischen, schaut von Beratern gefertigte Präsentationen an, verteidigt die eigenen Argumente und versucht schnell zu einer mehrheitsfähigen Lösung zu kommen. Welchen Raum haben hier wohl die eben genannten Qualitäten? Oft haben wir stattdessen: Gewöhnlichkeit, fehlende Verbindung (untereinander und zur Sache), Pessimismus, Expertisen-Dominanz, Skepsis gegenüber dem Neuen und reflektieren der Vergangenheit.

In unserem Bereich, der Wirtschaft, läuft das hingegen so: Wir klären am Anfang, was uns wirklich im Kern der Sache wichtig ist. Dann lassen wir alle alten Erfahrungen los und öffnen uns für das Neue. Wir sammeln alle Ideen und Bilder von der Zukunft ein, ohne diese zu verurteilen, nur weil sie ungewöhnlich erscheinen. Wir nutzen unsere Intuition und verbinden uns mit dem kollektiven Feld der Intelligenz, das uns umgibt. Wir sind längere Zeit mit dem Herzen, dem Körper und dem Verstand präsent, um zu erkennen, was sich durch uns in der Zukunft verwirklichen will. Wir sitzen nicht nur an Tischen und debattieren, sondern schweigen einmal gemeinsam oder gehen in die Natur, an Orte, die bedeutsam sind und die uns Kraft geben. Wir versetzen uns in die Perspektive unserer Stakeholder und fragen uns, was deren wirkliche Interessen sind. Wir verdichten alle Ideen und Bilder zu einer konkreten Gestalt und entwickeln Prototypen um die Tragfähigkeit unserer Vision zu testen.

So machen das Führungskräfte der Wirtschaft in kreativen Teamprozessen. Oder wie ist es bei Ihnen im Unternehmen? Mehr dazu in den nächsten Leadership Insights.

Eine kreative Zeit und gute Lösungen für die Zukunft,

Guido Fiolka